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Dietrich-Bonhoeffer Schule Schönberg (Grund- und Mittelschule)
aktualisiert 11.11.17

Die Welt in einer Stadt

Neunte und Zehnte Klassen aus Schönberg fahren nach Berlin

Frostig und ungemütlich war es um 7 Uhr morgens, als sich 44 Schüler samt ihren begleitenden Lehrkräften am Parkplatz der Schönberger Schule einfanden, wobei einige Teilnehmer mit ihren sommerlichen Bermudahosen bereits die Hoffnung auf angenehmere Temperaturen nährten. Diese Hoffnung sollte sie nicht täuschen –  die Reisegruppe erlebte in der Bundeshauptstadt fünf Tage Kaiserwetter.

Die erste Zwischenstation war gegen Mittag das Grenzmuseum Mödlareuth, wo sich die Schüler von den unsäglichen Ausgeburten des Kalten Krieges überzeugen konnten und dank einer recht lehrreichen Führung hautnah die Teilung eines Dorfes mitten in Deutschland verfolgten. 4 Stunden später wurde das erste Mal Großstadtluft geschnuppert: Ein kleiner Spaziergang rund um den Potsdamer Platz rundete den ersten Tag ab. Hoch hinaus ging zunächst am Dienstag auf den Fernsehturm, wo auf über 200 Meter die Dimensionen einer Metropole bestaunt wurden. Der nächste „Thrill“ wartete nachmittags im Berlin Dungeon, wo die dunkle und gruselige Seite der Geschichte Berlins von professionellen Schauspielern unter der Mitwirkung einiger Schüler nachgestellt wurde. „Das gäbe es bei uns zu Hause nicht!“ bemerkte Abbas (einer von 10 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die dabei waren), als die Schönberger am Mittwoch im Bundestag von Bartl Kalb empfangen wurden, der sich über eine Stunde für sie Zeit nahm und alle Fragen deutscher, syrischer und afghanischer Schüler ausführlich beantwortete. Den beiden Organisatoren der Fahrt, Lehrerin Barbara Richter und Konrektor Alexander Schlager war es ein wichtiges Anliegen den Schülern wichtige Eckpfeiler unserer verfassten Demokratie vor Ort erlebbar zu machen. Selfies mit Adenauer, Kennedy, Kohl und Merkel wurden im Anschluss gemacht – wenn auch nur bei Madame Tussaud’s. Bei den Daheim gebliebenen konnte der eine oder andere aber dennoch mit den Bildern punkten, zumal im Anschluss daran First Daughter Ivanka Trump  am Hotel Adlon abstieg und alle den Duft der großen weiten Welt atmen durften. Die „Story of Berlin“ stand am Donnerstag auf dem Plan. Von den Anfängen der Stadtgründung bis zum Fall der Berliner Mauer wird hier mit vielen originalen Gegenständen und multimedial Geschichte gerade für Jugendliche lebendig gemacht. Ein weiterer Höhepunkt folgte am Donnerstagabend: Der Besuch des Musicals „Der Glöckner von Notre Dame“ im Theater des Westens. Das europaweit nur in Berlin aufgeführte Stück begeisterte Schüler wie Lehrer. Für die meisten war es das erste Musical, noch dazu in einem einmaligen Ambiente, das sogar manchem, der eigentlich nicht diese Art Musik in seiner Freizeit hört, ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

Den Kopf und das Herz voller neuer Eindrücke ging es am Freitag wieder nach Hause. Freilich musste auf der Rückreise bei vielen der Teilnehmer noch Restschlaf nach geholt werden, denn  nicht nur die Kreuzberger Nächte sind lang…

Alexander Schlager