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Dietrich-Bonhoeffer Schule Schönberg (Grund- und Mittelschule)
aktualisiert 16.09.18

Blätter und Bäume statt Stift und Stuhl

Über 500 Drittklässler aus dem Landkreis nehmen an Waldjugendspielen teil – Praktische Ergänzung zum Lehrplan

 

Die Blätter der verschiedenen Bäume erkennen und an den richtigen Ast hängen: Diese Aufgabe meisterte die 3. Klasse der Grundschule Haidmühle beinahe fehlerfrei. Betreut wurde die Station von Forstwirtschaftsmeister Dominik

FRG/Saldenburg. Diesen Schultag werden die Drittklässler so schnell nicht vergessen. Mit dem Klassenlehrer und einem Förster an der Seite ging es für die Kinder knapp vier Stunden durch den Saldenburger Forst. Dort warteten Spiele und Stationen. Das Ziel: Die Schüler sollen auf unterhaltsame Art und Weise die Natur kennenlernen. Dazu nahmen am Dienstag und Mittwoch zirka 525 Schüler aus 29 Klassen aus dem gesamten Landkreis an den 49. Waldjugendspielen am Saldenburger See teil.

„Die Spiele sind gut mit dem Lehrplan abgestimmt“, sagt Gerhard Lichtenwald, Mitorganisator vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). Denn in der dritten Jahrgangsstufe würden die Kinder im Unterricht viel theoretisches über den Wald lernen – „an den beiden Tagen kommt dann der praktische Teil dazu“.

Und der gestaltet sich ganz unterschiedlich: Mal müssen die Grundschüler Baumarten anhand von Blättern erkennen, mal aus zusammengehörigen Holzscheiben einen Turm bauen und mal einfach „nur“ Fragen beantworten. Fast vier Stunden dauert der Parcours insgesamt. Das Ganze stand heuer unter dem Motto „Der Wald bewegt“.

Traditionell fand – als kleiner Ansporn – ein Wettkampf zwischen den Klassen statt. Bei den jeweiligen Stationen wurde die Zeit gestoppt und die Fragen werden von den Förstern ausgewertet. Zirka eine Woche dauert es laut Lichtenwald, bis das Ergebnis feststeht. Im Juli wird die Siegerklasse dann an ihrer Schule ausgezeichnet.

Die Waldjugendspiele seien vor allem für die Kinder wichtig, die „fast nie in den Wald kommen“, meint Lichtenwald. Der Forstoberrat ist froh darüber, dass die Veranstaltung überhaupt stattfinden konnte. „Eine Zeit lang war ja Regen angesagt. Und die Organisation ist so umfangreich, dass wir die Spiele nicht einfach verschieben können – wir hätten absagen müssen.“ Aber auch ganz zur Freude der Kinder spielte das Wetter dann doch mit.

Eine wichtige Station hieß „Der Wald als Abfallgrube“. Hier wurde den Kindern klargemacht, was für Folgen die Umweltverschmutzung hat. „Den Wald sauber zu halten ist der Anfang für ein nachhaltiges Leben“, sagt Lichtenwald dazu. Manche Schüler nahmen sich das besonders zu Herzen. Wenn sie während dem Rundgang Müll auf oder neben dem Weg fanden, wurde der schnell im Rucksack verräumt.An einer anderen Station wurde das Wildtier des Jahres 2018 vorgestellt: die Wildkatze. „Wir wollen den Kindern zeigen, dass das keine verwilderte Hauskatze ist, sondern eine eigene Art.“-PNP16.05.2018

Wie gut die Waldjugendspiele angenommen werden zeigt nicht nur „die steigende Nachfrage von Jahr zu Jahr“, wie Lichtenwald betont, sondern auch das Fazit der Lehrer. „Manche Lehrer erzählen, dass sie vor 30 Jahren selbst daran teilgenommen haben und wie schön es ist, dass es die Spiele immer noch gibt.“ Das gebe den Förstern „schon einen Anreiz“, mit den Spielen weiterzumachen.

Und das wahrscheinlich mit einer besonderen Ausgabe. Im nächsten Jahr steht immerhin das 50. Jubiläum an. Laut Lichtenwald planen die Veranstalter etwas Besonders – „fix ist aber noch nichts“. Organisiert wurden die Waldjugendspiele übrigens auch heuer von der Bayerischen Forstverwaltung, unterstützt vom Forstbetrieb Bodenmais.